Verrückte Welten
Geplant und Ausgeführt für die 9. Triennale der Skulptur
in Bad Ragaz.
Grösse: ca. Länge 290 cm x Breite 290 cm x Höhe 325 cm
Material: Latten aus Fichtenholz 30 x 50 mm, 3-schicht Platten, Schrauben, Verbindungselemente
Diese Arbeit befasst sich mit dem Gefühl, ausgegrenzt zu sein, sich allein und nicht verstanden zu fühlen, isoliert zu sein. Dies inmitten einer pulsierenden Gesellschaft. Sich zurückzuziehen und
sich mit der Aussenwelt nicht mehr austauschen zu können, verengt die Sichtweise auf das gesellschaftliche Gefüge und lässt im schlimmsten Fall die Grenze zwischen Realität und Irrealität
verwischen.
Es war mir ein tiefes Bedürfnis, dieser oft schleichenden Veränderung eines Menschen, der auch der Nachbar sein könnte, einen Ausdruck in dreidimensionaler Form zu geben.
Ein Mahnen, sich um den Mitmenschen zu kümmern, ihn anzusprechen. Zeigen, dass jemand da ist. Als Grundform habe ich ein Haus gewählt, das einerseit seine Behausung zeigt, aber gleichzeitig auch
das Gefäss der Gedanken darstellt. Es wirkt aus den Fugen geraten,
die Wände etwas verrückt aus dem rechten Winkel des normalen Baustils. Die Fenster und Türen sind von innen
abgeschottet. Es kann kein Austausch mehr stattfinden mit dem Nachbar, dem Dorf, der ganzen Welt. Wenn kein Bezug
zur Gesellschaft mehr hergestellt werden kann, können obskure Gedanken sich auf einmal verselbstständigen.
Man beginnt in einer eigenen Welt zu leben.
Der Anfang von Verrücktsein?
Eingefangen sind diese Momente zwischen Realem und Irrealem in der Lattung der Wände und des Daches, welche aus einer gewissen Distanz, durch das Umgehen des Hauses einen Moiré-Effekt ergeben.
Unter diesem Link ist eine Umgehung des Hauses simuliert
und lässt uns den surrealen Effekt der Gratwanderung zwischen normal und verrückt erleben.
In der Mitte des Raumes, ragt ein Periskop in die Höhe. Als Bild dafür, dass bei jedem Menschen der Wunsch nach Kontakt besteht.
Das "Making Of" wurde zusammengefasst und in Buchform veröffentlicht. Sie finden es hier.
Ein Hauch von Leben
Ausgeführt in der Predigerkirche, Zürich und in der Heiliggeistkirche, Bern
Material: Fichtenlatten 50 x 2 cm, 3-Schichtplatten
Grösse: Höhe 400cm, Durchmesser oben 200 cm, mitte 110cm, unten 170 cm.
Verbindung von Kunst und Spiritualität
Beim Betreten der Predigerkirche wird der Betrachter, die Betrachterin zunächst von der baulichen Gestaltung eingenommen, dann jedoch von der 4 Meter hohen und 1.9 Meter breiten Skulptur selber,
die sich feingliedrig in die Höhe ausdehnt. Bewegt sich der Besucher, die Besucherin, beginnen sich auch die irritierenden Musterungen zu bewegen. In der oberen wie auch in der unteren Hälfte
streben sie der Mitte zu und gehen ineinander über. Symbolhaft stehen Erscheinung und Wirkung der Skulptur für die Verbindung des göttlichen Geistes mit dem Menschen. Das Ineinandergreifen der
Muster verweist auf das Mystische, das dem Heiligen Geist innewohnt. Die sich ständig verändernden Strukturen der Skulptur spiegeln die Interaktivität und Dynamik des menschlichen Lebens wider.
Sie laden die Besuchenden ein, ihre eigenen spirituellen Erfahrungen und Überzeugungen zu reflektieren.
«Seit ich mit Adrian Bütikofer diese Installation vorbereiten durfte und er mir seine Konzeptidee vorstellte, bin ich fasziniert von der Einfachheit der Materialien und der vielfältigen
spirituellen Dimension, die diese Skulptur mit den wandernden Mustern im Kirchenraum auslöst», fasst es Thomas Münch, katholischer Seelsorger in der Predigerkirche zusammen. Die Ausstellung «Ein
Hauch von Leben» bietet eine einzigartige Gelegenheit, die Verbindung von Kunst und Spiritualität in einem kirchlichen Raum zu erleben. Oder mit den Worten des Künstlers Adrian Bütikofer: «Die
künstlerische Intervention strebt danach, in der statischen Architektur der Kirche das Bewegliche, das nicht Fassbare des Heiligen Geistes hervorzuheben.»
Flyer Heiliggeistkirche Bern.
Presse Reformiert mit Interview.
Presse Höngger.